Industriemuseum Region Teltow (IMT)

mit Informationszentrum Berufs- und Studienorientierung (IZB)

IMT-Aktuell 2026

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Verein begeht feierlich den 90. Geburtstag von Lothar Starke

Artikel in der MAZ am 10. September 2026 von Frau Elke Kögler

Industriemuseum Teltow: Gründer feiert 90. Geburtstag und äußert einen Wunsch

Lothar Starke feierte seinen 90. Geburtstag.
Quelle: Elke Kögler

Der Urheber des Industriemuseums Teltow, Lothar Starke, feierte seinen 90. Geburtstag. Mit 26 Jahren wurde er Produktionsdirektor beim GRW, später Geschäftsführer bei Siemens. Was er sich für sein Lebenswerk wünscht.

Teltow. Lothar Starke, der Urheber des Industriemuseums Teltow, ist 90 Jahre alt geworden. „Mein Wunsch ist, dass dieses Instrument der Arbeit erhalten bleibt, und natürlich auch in Anbetracht meines Alters, dass das Industriemuseum in kommunale Verantwortung übernommen wird“, sagte der Jubilar bei einer kleinen Feier anlässlich seines Geburtstages am 3. September 2026.
 
Zur Feier im Museum in der Oderstraße 23 bis 25, durch die Norbert Gölitzer vom Vereinsvorstand führte, kamen amtierende und frühere Bürgermeister der Region Teltow, Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) und Unternehmerverbandspräsident Burkhardt Greiff. Zudem kamen Wegbegleiter aus Teltows früherem Großbetrieb Geräte- und Reglerwerke (GRW), den Starke als Betriebsdirektor sowie später als Siemens-Geschäftsführer leitete.


Mein Wunsch ist, dass dieses Instrument der Arbeit erhalten bleibt, und natürlich auch in Anbetracht meines Alters, dass das Industriemuseum in kommunale Verantwortung übernommen wird.

Lothar Starke
Leiter und Vereinsvorsitzender Industriemuseum Teltow

Lothar Starke überzeugt in Rathäusern
„Lothar Starke ist jemand, der uns in den Rathäusern für seine Sache immer überzeugen konnte“, sagte Teltows Altbürgermeister Thomas Schmidt (SPD) rückblickend. Hin und wieder hätten zwar Zuhörer über seine Ausführungen länger nachdenken müssen.
 
Für Schmidt stehe aber fest, dass das Industriemuseum eine kommunale Aufgabe ist. „Heute ehren wir aber nicht nur Lothar Starke, sondern das gesamte Team des Industriemuseums“, sagte Schmidt weiter.

150 Jahre Industriegeschichte in Teltow
Im Teltower Industriemuseum ist eine Ausstellung zu 150 Jahren Industriegeschichte der Region zu sehen. Seit 2007 ist das Museum außerdem Informationszentrum für Berufs- und Studienorientierung.

Den Grundstein für das Museum legte Lothar Starke im Jahr 2002. Auf seine Initiative hin gründeten vor allem ehemalige Mitarbeiter der Großbetriebe GRW, Elektronische Bauelemente „Carl von Ossietzky“ oder Mikroelektronik Stahnsdorf zunächst einen Förderkreis. Im März 2005 wurde aus dem Förderkreis ein Verein.

Ausstellung: 100 Jahre Teltowkanal
Ebenfalls im März 2005 eröffneten die Mitstreiter die Ausstellung „100 Jahre Teltowkanal und Industriegebiet Teltow‑Stahnsdorf-Kleinmachnow“ – in Kleinmachnows früherer Verwaltungsbaracke im Meiereifeld. Dort erfuhren Besucher vor allem alles über das Schaffen der früheren Großbetriebe. Dazu gab es verschiedene Vortragsreihen.
 
2012 zog das Museum schließlich in die Oderstraße nach Teltow um. „Seitdem haben wir hier ein richtiges Museum“, sagt der Museumsleiter und Vereinsvorsitzende Starke. Dort sind die Räume in Teltow groß genug, um die einzelnen Etappen der Industriegeschichte sortiert zu präsentieren.

Ausstellung Industriemuseum Teltow: Kommunikationstechnik im Wandel der Zeit
Quelle: Elke Kögler

Berufsorientierung im Museum
„Die Entscheidung, das Museum auch zur Berufsorientierung zu nutzen, war richtig“, sagte Teltows amtierender Bürgermeister Andre Freymuth (CDU). Davon profitiere die gesamte Region. Von der im Museum stattfindenden Berufsorientierung zeigte sich ebenso Unternehmerverbandschef Greiff beeindruckt.

Als er vor zehn Jahren an der Mitgliederversammlung teilnahm, waren ebenso Schüler und ein paar Lehrer da, erinnerte er sich. „Die bringen wir hier alle intellektuell auf Vordermann“, habe ihm Starke damals scherzhaft erklärt.

 Programmieren von Robotern und 3D-Druck
Die Berufsorientierung besteht aus mehreren Bausteinen. Zum einen nehmen Schüler an Projekten teil. Dabei geht es zum Beispiel um 3D-Druck oder das Programmieren von Robotern. Ein Roboter, Jaime, führt Besucher durch das Museum. Zum anderen stellen sich Unternehmen der Region im Museum vor. Umgekehrt besuchen die jungen Leute verschiedene Unternehmen.

„Tausende von Jugendlichen sind inzwischen durch das Haus gegangen“, schilderte ebenso sichtlich beeindruckt Wissenschaftsministerin Schüle. Mit dem Aufbau des Industriemuseums und seiner Karriere beim GRW und später bei Siemens habe Starke nicht nur ein Lebenswerk vorzuweisen, sagte die Ministerin.

Roboter Jaime (links) im Industriemuseum in Teltow führt Besucher durch die Ausstellung.
Quelle: Maz Jens Steglich

Direktor für Produktion mit 26 Jahren
Zum GRW kam Starke, der sein Abitur in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) erwarb, nach seinem fünften Studiensemester der Werkstoffkunde an der Technischen Hochschule Dresden (Sachsen). Das Studium schloss er später im Fernstudium in Jena (Thüringen) als Diplom-Ingenieur für Automatisierung ab. Im GRW arbeitete er in der Konstruktion und der Standardisierung.

Drei Jahre später holte ihn der Betriebsdirektor als Mitarbeiter zu sich. Mit 26 Jahren wurde er Produktionsdirektor. Der Betriebsleiter, den er zuvor gelegentlich vertreten hatte, habe 1963 zu ihm gesagt: „Der Produktionsdirektor hat einen Herzinfarkt und kommt nicht wieder, du bist jetzt Produktionsdirektor“, schilderte Starke.

1991 Siemens-Geschäftsführer in Teltow
Nach seinem ersten Führungsposten mit Verantwortung für 700 Mitarbeiter folgten Direktorenposten für Forschung und Entwicklung im Jahr 1970 sowie 1977 für Projektierung und Absatz. 1983 leitete Starke das GRW als Betriebsdirektor. Nachdem er 1991 für den Kauf des GRW durch Siemens gesorgt hatte, wurde er Geschäftsführer am Standort Teltow.

„Durch Kauf konnten 3000 bis 4000 Arbeitsplätze gerettet werden“, sagte Jürgen Mittag, früher Hauptbuchhalter beim GRW. Nachdem er nach Leipzig (Sachsen) und Lothar Starke nach Erlangen (Bayern) versetzt worden waren, trafen sich beide als Ruheständler in Teltow wieder. „Danach waren wir vom ersten Tag an beim Aufbau des Industriemuseums dabei“, schildert Mittag.

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